Hylase – ein Begriff, der in der ästhetischen Medizin zunehmend bekannt wird und auf Social Media oft als “Wundermittel” gefeiert wird. Dabei handelt es sich um ein Enzym namens Hyaluronidase, das in der Lage ist, Hyaluronsäure abzubauen. Doch wie so oft gilt auch hier: Nicht alles, was auf Social Media gehyped wird, ist so unkompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. In diesem Artikel möchten wir ehrlich und transparent über die Vor- und Nachteile von Hylase informieren.
Was ist Hylase und wann wird es eingesetzt?
Hylase ist ein Medikament, das gezielt eingesetzt wird, um überschüssige oder falsch platzierte Hyaluronsäure-Filler aufzulösen. Der Wirkstoff Hyaluronidase spaltet die Hyaluronsäure in kleinere Bestandteile, die dann vom Körper abgebaut und ausgeschieden werden können.
Die häufigsten Einsatzgebiete sind:
• Korrektur von Überkorrekturen:
Wenn zu viel Hyaluron injiziert wurde, können damit unnatürliche Ergebnisse rückgängig gemacht werden.
• Falschplatzierte Filler:
Wenn die Hyaluronsäure an unerwünschte Stellen wandert oder unregelmäßige Ergebnisse liefert.
• Notfallbehandlungen:
Bei ernsten Komplikationen wie einem Gefäßverschluss ist Hylase oft die einzige Möglichkeit, den Filler schnell aufzulösen und das Gewebe zu retten.
Warum Hylase nicht so “cool” ist, wie es klingt
Obwohl Hylase ein wichtiges Werkzeug in der ästhetischen Medizin ist, sollte man es keinesfalls leichtfertig einsetzen. Besonders die Darstellung in sozialen Medien, wo es oft als eine Art Rückgängig-Button für Hyaluron-Injektionen verkauft wird, kann problematisch sein. Denn Hylase hat einige Eigenschaften, die man unbedingt kennen sollte:
1. Ungenauigkeit der Wirkung
Hylase wirkt nicht nur an der Stelle, an der sie injiziert wurde. Das Enzym diffundiert im Gewebe und kann auch in umliegenden Bereichen aktiv werden. Das bedeutet: Es lässt sich nicht genau steuern, wo und wie viel Hyaluronsäure abgebaut wird. Dies kann zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen, insbesondere in sensiblen Bereichen wie den Lippen oder der Tränenrinne.
2. Abbau von körpereigenem Hyaluron
Ein weiterer entscheidender Punkt ist, dass Hylase nicht nur die injizierte Hyaluronsäure abbaut, sondern auch das körpereigene Hyaluron. Dies kann die natürliche Hautstruktur und Feuchtigkeitsversorgung beeinträchtigen, was vor allem bei häufiger Anwendung problematisch ist.
3. Eingeschränkte Möglichkeiten der Feinkorrektur
Wenn Sie eine minimal invasive Feinkorrektur wünschen, kann Hylase möglicherweise zu “viel” abbauen, sodass erneut Hyaluronsäure nachinjiziert werden muss. Dies zeigt, dass es sich um eine Methode handelt, die Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert.
Warum die Expertise des Behandlers entscheidend ist
Die Verwendung von Hylase erfordert nicht nur technisches Können, sondern auch eine fundierte Kenntnis der Gesichtsanatomie und der Eigenschaften des Enzyms. In ungeübten Händen können unvorhersehbare Ergebnisse und Schäden auftreten.
In unserer Praxis in Kastellaun setzen wir Hylase nur dann ein, wenn es medizinisch notwendig oder ästhetisch sinnvoll ist. Vor jeder Behandlung klären wir unsere Patient:innen umfassend über die möglichen Risiken und Alternativen auf.
Fazit: Ein wertvolles Werkzeug, aber kein Allheilmittel
Hylase ist ohne Frage ein wichtiges Mittel in der ästhetischen Medizin – sei es zur Korrektur ästhetischer Ergebnisse oder zur Behandlung medizinischer Notfälle. Doch es sollte mit Bedacht und Respekt eingesetzt werden.
Der Hype, der um Hylase auf Social Media gemacht wird, lässt oft außer Acht, dass es kein Werkzeug für experimentelle Korrekturen oder vorschnelle Entscheidungen ist. Vielmehr ist es ein medizinisches Präparat, das Fachwissen und einen sorgfältigen Umgang erfordert.
Wenn Sie Fragen zu Hylase oder zu Korrekturmöglichkeiten haben, stehen wir Ihnen in unserer Praxis jederzeit für eine transparente und ehrliche Beratung zur Verfügung.
Ihr Team von MY BTX MEDICAL BEAUTY Kastellaun
Praxis für ästhetische Medizin Dr. Stolz-Fink